Gottesdienst mit dem Bezirksapostel

Am Mittwoch, den 30. Mai 2012, konnte die Gemeinde Altenburg einen Gottesdienst mit dem Bezirksapostel erleben. Der Bezirksapostel wurde begleitet von Bischof Wittich, Bezirksältesten Standke und Bezirksevangelisten Wilhelmi.

Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Andächtige Stille erfüllte das Gotteshaus. Zu Beginn sang die Gemeinde in freudiger Erwartung das Eingangslied „Hört, Jesus ruft“ (GB 408). Dem Gottesdienst legte der Bezirksapostel das Bibelwort Johannes 6, 37 zugrunde:

„Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“


Nach dem Verlesen des Bibelwortes erklang ein Gesangssolo, von Instrumentalisten begleitet. Reflektierend auf den erlebten Pfingstgottesdienst mit dem Stammapostel beleuchtete der Bezirksapostel noch einmal das Grußwort: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Lukas 18,27). Er verwies auf begabte Dichter und bewundernswerte Menschen, die Gewaltiges hervorgebracht haben und hervorbringen. Aber wenn sie auf fremde Sachgebiete treffen, dann stoßen sie an ihre Grenzen. Gott stößt an keine Grenzen. Gott beschenkt uns mit seinen Gaben, die wir anwenden sollen. Der Bezirksapostel zitierte dazu einen Sinnspruch: Sage nie: „Das kann ich nicht!“ Vieles kannst du, will's die Pflicht. Alles kannst du, will's die Liebe. Drum dich in der Liebe übe.

Dann beleuchtete der Bezirksapostel den ersten Teil des Bibelwortes „Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir ...“: Jesus wollte damit sagen, dass alles, was er sagt und gibt, in einem direkten Zusammenhang zu seinem Vater steht. Um das zu verdeutlichen, stellte er sich den Menschen vor: „Ich bin das Brot des Lebens“ (Johannes 6,35). Er wollte sagen: So wie ihr für euren Lebensunterhalt das Brot benötigt, so braucht ihr auch für euer geistliches Leben das Brot des Himmels. Das ist ein neues Leben in Christus, das geprägt ist durch die Liebe zu Gott. Dieses neue Leben ist wahres Leben und nicht nur Existenz des Menschen. Christus ist das Brot für das ewige Leben und alles, was ihm sein Vater gibt, das ist präsent und gibt er weiter.

Der Bezirksapostel wandte sich nun dem zweiten Teil des Bibelwortes zu „... und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“: Damit ist eine Zentraleinladung ausgesprochen: „Kommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Matthäus 11, 28). Das ist die große Botschaft, die über dem Leben des Sohnes Gottes steht. Damit ist ausgedrückt, dass er die Menschen, die zu ihm kamen und kommen, an seinem Leben beteiligen, sie mitnehmen will. Der Geist Gottes lenkt auf Christus hin und macht uns Menschen deutlich: Ohne Jesus Christus, ohne den Erlöser gibt es keinen Weg zum Vater. Er sagt heute zu uns: Du kannst kommen, ich werde dich nicht hinausstoßen. Er hat Petrus und Thomas trotz menschlicher Schwächen nicht verstoßen. Er ist zu den Jüngern gekommen und hat sie besucht. Wenn wir einmal mit unseren Glaubensüberzeugungen ins Straucheln kommen, dann können wir immer zu ihm kommen. Für jeden ist Platz im Hause Gottes. Er wird niemand hinausstoßen. Dann hat aber auch niemand das Recht, einen anderen hinauszustoßen, nicht einmal in Gedanken!

In seinem Mitdienen entwickelte der Bischof das Bild einer Brücke und eines Weges darüber. Christus hat durch seinen Opfertod mit dieser Brücke die Kluft zwischen den sündigen Menschen und Gott überwunden und den Erlösungsweg gelegt: „Ich bin der Weg, ... und das Leben...“ (Johannes 14,6). Wir können wie Petrus immer zu ihm kommen. Petrus traf in seinem Versagen der liebende Blick Jesu. Der Herr sah nicht über ihn hinweg oder an ihm vorbei - er sah ihn an. So gilt auch für uns: Jesus hat dich fest im Blick!

In seiner Einleitung zum Heiligen Abendmahl wies der Bezirksapostel auf die Bedeutung des Kreuzes hin. Einen Weg zum Vater ohne Kreuz gibt es nicht. Kreuz und Auferstehung haben große Symbolkraft. Dadurch, dass Christus sein Leben gegeben hat, hat er uns an seinem Leben beteiligt. Er war Mensch und Gott zugleich. Am Kreuz starb der Mensch – Gott bleibt aber leben. Und Gott wird seine Macht beweisen in der Auferstehung.

Die Gemeinde sang zum Heiligen Abendmahl „Gott, deine Gnade ist unser Leben“ (GB 246). Nach dem Gottesdienst hatten die Glaubensgeschwister noch Gelegenheit, sich vom Bezirksapostel zu verabschieden. Der Abendgottesdienst klang aus und nach in einer Atmosphäre von Freude und Dankbarkeit über das Wirken des Geistes Gottes. So wurde unsere Gemeinde gerüstet und gestärkt für die zukünftige Zeit.

G.W. / Fotos: M.D.